Mwen

Diese Neuvertonung der Animation “Mwen” (Sugarcyube, Youtube) war mein erstes völlig abstraktes Sound Design Projekt. Ich habe das Videomaterial neu interpretiert und durch eine Klangszene am Anfang der Geschichte eine andere Bedeutung gegeben, die mit bestimmten Elementen bis zum Schluss verfolgt wird.

Im Intro ist eine Szene zu hören, in der die Figur in einen Krankenwagen geladen wird. Bald setzt das Piepsen des Herzmonitors ein, das eine Konstante bleibt, während die Figur in einer “Zwischenwelt” aufwacht, und sich wundert, was los ist. Das abstrakte Sound Design, das damit endet, das der Herzmonitor aufhört, als die Figur wegfliegt, lässt die Interpretation offen, ob die Figur aufwacht oder verstirbt.

Diese abstrakte Klanglandschaft in Logic zu gestalten hat mir am meisten Spaß gemacht. Mir war eine ätherische, “spacey” Stimmung wichtig. Wäre das Video länger gewesen, hätte ich gerne die Harmonien und Dissonanzen noch mehr entwickelt.

Den Monolog habe ich mit Echo und Delay bearbeitet, er sollte nicht realistisch im Raum, sondern wie eine innere Stimme im Traum klingen. Ein wichtiges Element war ein Send auf einen Bus mit distorted Delay, den ich hin und her gepanned hab, um Desorientierung zu schaffen.

Ich habe das durchgehende Piepsen eines EKG Herzmonitors als Klang– und Storyelement verwendet. Er piepst die ganze Zeit in H, doch zum Schluss hin macht er einen melodischen Exkurs und endet in C. Dieses “Nachhausekommen” des Tones und das anschließende Ende lässt Spielraum zur Interpretation vom Schicksal des Charakters.

Damit das durchgehende Piepsen nicht eintönig wird, habe ich durch einen Send auf einen Bus mit Pitch Shifter, Echo und Delay ab und zu Variation geschaffen.